Baumallee, Südstadt Northeim
Höfe in der Südstadt, Northeim
Lageplan der Südstadt, Northeim

Rahmenplanung Südstadt, Northeim

Planung: 2002
Grundstück: 50.000 m²
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Die Südstadt Northeim ist geprägt durch eine zunehmende Segregation sowie einem steigenden Leerstand von Wohnungen.Der Rahmenplan sieht vor, den vorhandenen Nord-Süd verlaufenden Straßen mit einem erweiterten Fuß- und Radwegesystem zu überlagern und identitätsbildende Orte, wie Quartiersplätze zu schaffen.

Öffentliche Institutionen wie der Neubau einer Bürgerbegegnungsstätte, ein Kindergarten sowie Sport,- und Spielmöglichkeiten stellen zusätzliche belebende Nutzungen im Planungsgebiet dar.
Die zurzeit heterogenen Vorbereiche der Schulen werden mit einem breiten Streifen von Bäumen, die in einem strengen, regelmäßigen Raster stehen geordnet. Das Baumdach versteckt die erforderlichen Parkplätze, während die Schulhofflächen als freie Flächen gleichsam in das Baumraster eingeschnitten sind.
Die Gebäudehaupteingänge werden betont, indem hier die Baumreihen eine breite Lücke erhalten. Kleine Gebäude an den Bushaltestellen, Fahrradständer etc. bilden direkt an der Straße ein markantes Erkennungsmerkmal.

Die Freiraumstruktur der Wohngebiete wird zukünftig geprägt durch eine eigene Identität; die Häuser erhalten „eine Adresse“. Im Inneren wechseln sich ruhige Innenhöfe mit platzartig gestalteten Funktionsbändern zwischen den Blöcken ab. Die Innenhöfe haben mit Mietergärten und Kleinkinder-Spielflächen einen gemeinschaftlichen bis privaten Charakter. Jeder Hof erhält ein charakteristisches Gestaltungsthema wie z. B. „Kiefernhof“.
Die Umgestaltung der Hauseingangsbereiche soll den Übergang vom privaten zum öffentlichen Bereich verbessern. Die Eingänge werden heller und großzügiger, funktionale Mängel wie fehlende Abstellmöglichkeiten, mangelhafte Vordächer etc. werden beseitigt. An den Hochhäusern wird jedem Eingang ein kleiner runder Vorplatz mit Aufenthaltsqualitäten zugeordnet.

Zurzeit stehen etwa 30 Prozent der Wohnungen im Quartier an der Hans-Holbein Straße leer. Die prognostizierte Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt lässt zukünftig einen weiteren Anstieg der Leerstände vermuten. Die Wohnungen gehören größtenteils zu einem geschlossenen Immobilienfond, bei dem die momentane Rechtslage eine Verringerung der Wohnungsanzahl verbietet. Allenfalls durch Zusammenschaltung einzelner Wohnungen kann den Anforderungen des Wohnungsmarktes entsprochen werden.
Der Rahmenplan schlägt einen teilweisen Rückbau der oberen Geschosse vor, um das Quartier klein maßstäblicher und damit attraktiver wirken zu lassen und somit den Wegzug weiterer Bewohner zu verlangsamen. Dies ist jedoch lediglich eine Zukunftsvision und keine konkrete Maßnahme, die innerhalb des Förderprogramms „Soziale Stadt“ bis 2008 realisierbar ist. Umso mehr trifft dieses auf weitergehende Rückbauüberlegungen wie den Abriss ganzer Gebäude zu.
Die konkreten Maßnahmen für die Freiflächen um die Häuser wurden jedoch so vorgeschlagen, dass sie sowohl in der heutigen Situation als auch bei einer wie auch immer gearteten Reduktion der Wohnungen wirksam sind.